Archivjahr 2008

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Hier findet ihr Texte von uns und anderen,
Veranstaltungen, die wir gemacht haben oder an denen wir beteiligt waren
Material, das uns zur Verfügung gestellt wurde und mehr.





Erfolgreiche Demonstration gegen das neue Versammlungsgesetz

Am Samstag, den 29.11.2008, haben ca. 1000 Menschen in Mannheim gegen die geplante Verschärfung des Versammlungsgesetzes der Landesregierung demonstriert. Die Demonstration startete am Hauptbahnhof. Mit Flugblättern wurden PassantInnen über das Anliegen der Demonstrierenden aufgeklärt. Die Demo wurde von einem riesigen Polizeiaufgebot begleitet. Neben Reiterstaffeln gab es ein teilweise mehrreihiges Spalier. Immer wieder provozierte die Polizei die TeilnehmerInnen der Demo.

Erfolgreiche Demonstration gegen das neue Versammlungsgesetz in Mannheim am 29.11.2008

Das veranstaltende Bündnis von bürgerlich-linken bis linksradikalen Gruppen kritisiert den Gesetzentwurf vorallem wegen der massiven Einschränkungen des Versammlungsrechts. Der/die AnmelderIn ist z.B. verpflichtet, eine Versammlung aufzulösen, wenn Straftaten begangen werden. Ansonsten muss er/sie für die Schäden aufkommen. Ein weiterer Punkt ist das "Militanzverbot". Hier zu zählt bereits das Tragen von "gleichartigen Kleidungsstücken", wenn dadurch eine einschüchternde Wirkung auf die Bevölkerung ausgeübt wird. Leider gibt es hierfür kein objektves Kriterium – und die Entscheidung, ob sich die Bevölkerung eingeschüchtert fühlt, trifft natürlich die Polizei. Sie können dadurch quasi ohne Begründung eine Demonstation auflösen. Hinzukommen etliche weitere Neuerungen (siehe z.B. Flugblätter der Anarchistischen Gruppe Mannheim oder des AK Antifa Mannheim, unten verlinkt). Aber auch gängige Praxis, wie beispielsweise das Abfilmen von TeilnehmerInnen, soll durch die Neuerung legalisiert werden. Durch diesen weiteren Ausbau des Polizeistaates soll unerwünschter Protest bald völlig unmöglich sein. Davon betroffen sind natürlich insbesondere soziale Bewegungen.

Dass deutlich mehr Leute als vermutet den Aufrufen der OrganisatorInnen gefolgt sind, zeigt, dass das Versammlungsgesetz nicht ohne weiteres verabschiedet werden kann. Die TeilnehmerInnen sprachen sich für ein deutliches Nein zur Gesetzesverschärfung und der weiteren aktuellen Aufrüstung (z.B. Vorratsdatenspeicherung) des Polizeistaates aus.

Im Anschluss an die Abschlusskundgebung wollte eine Gruppe von Menschen spontan nochmal in Richtung Innenstadt demonstrieren – sie wurden schon nach wenigen Metern unvermittelt von der Polizei angegriffen. Als sich die Angegriffenen in die andere Richtung zurückzogen, begann die Polizei eine Hetzjagd durch die Neckarstadt. Personen wurden gewaltsam aus einer Plus-Filiale abgeführt. Vor einer Commerzbank wurden ebenfalls mehrere Menschen festgehalten. Die Opfer der Polizeiübergriffe bekamen Schläge und Tritte ab. Darüber hinaus wurden die inhaftierten Menschen von den gut bezahlten Hooligans beleidigt und provoziert. Insgesamt wurden wahllos 12 Menschen verhaftet, die in die JVA verfrachtet wurden. Insbesondere die Beweis- und Festnahmeeinheit tat sich hierbei durch erhebliches Gewaltpotential hervor.

Die Ereignisse vom 29.11. sind eine traurige Bestätigung unserer Befürchtungen und ein deutliches Signal, dass der Präventiv- und Polizeistaat weiter ausgebaut wird. Jetzt erst recht gilt es, dagegen Widerstand zu organisieren und unseren Protest verstärkt auf die Straße zu tragen.

Weitere Informationen:
Internetauftritt des Bündnisses mit Presserklärungen etc.
Indymedia Artikel zur Demo
"Freiheit stirbt mit Sicherheit!" – Widerstand gegen neues Versammlungsgesetz in BaWü (Artikel auf Indymedia)
Aufruf der Anarchistischen Gruppe Mannheim als PDF (340 KB)
Aufruf des AK Antifa Mannheim als PDF

 




Entpolitisierung der Politik. Zur Theorie des Sachzwangs.

Sozialabbau und Demontage der Arbeiterrechte werden von der Politik allgemein als „notwendige Maßnahmen“ ausgewiesen, die es lediglich den Bürgern zu vermitteln gelte. Demnach bestimmt ein Abstraktum anonymer Prozesse die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, aus denen heraus die Sachzwänge richtig abgeleitet und gedeutet werden müssten. Zwar als ideologiefrei etikettiert, folgt diese verwaltungstechnische Logik dennoch spezifischen Wirtschafts- und Sozialformeln und begünstigt somit als politischer Bürokratismus die Interessen der herrschenden Klasse. Dieser Opportunismus gegenüber der bestehenden Wirtschaftsordnung – in Geschichte und Gegenwart – soll im Vortrag auseinandergesetzt und anhand der heutigen „Kapitalismusdebatte“ verdeutlicht werden.






Als im Jahre 2004 eine Welle von Montagsdemonstrationen gegen die sogenannte Agenda 2010 und die unsozialen Hartz-Gesetze die Republik aufrüttelte, war in den bürgerlichen Massenmedien immer wieder von einer Organisation die Rede, die angeblich »Unfrieden stiften« würde. Der Name dieser Unruhestifter lautete: FAU. Was verbirgt sich hinter diesen drei Buchstaben?

Ganz einfach eine wenig bekannte und kleine Basisgewerkschaft, deren Geschichte und Gegenwart in diesem Buch kenntnisreich und illustriert dargestellt wird: Was 1977 unter dem Namen Initiative Freie Arbeiter Union (I-FAU) als verwegenes, ja fast aussichtsloses Unterfangen begann, entwickelte sich in der Folge zur einzigen libertären Organisation in der BRD, die heute noch bundesweit aktiv ist. Dabei beziehen sich die Militanten der FAU auf die libertäre Tendenz in der internationalen Arbeiterbewegung – auf eine Tradition also, die von Anfang an in der organisierten proletarischen Bewegung rund um den Globus präsent und zeitweise sogar mehrheitsfähig war. In ihrem Eintreten für die Abschaffung von Herrschaft sowie die Überwindung kapitalistischer Ausbeutung, orientieren sich die FAU-GewerkschafterInnen am Konzept des Klassenkampfes und der alten proletarischen Losung, dass die Befreiung der ArbeiterInnen nur das Werk der ArbeiterInnen selbst sein kann.

Getreu diesem Motto, war die Entstehung dieses Buches ein kollektiver Prozess. Diese erste Arbeit über die Geschichte der FAU wurde von einfachen Gewerkschaftsmitgliedern konzipiert, recherchiert, geschrieben, bebildert, layoutet, verlegt und verbreitet. Damit ist dieses Buch ein lebendiges Beispiel der Geschichtsschreibung von unten und ein emanzipativer Beitrag zur Selbstermächtigung von Lohnabhängigen, die sonst in den bürgerlichen Massenmedien kaum zu Wort kommen.






Pressemitteilung des Bündnisses "Abschiebefrei Mannheim"

Etwa 400 Menschen folgten heute dem Aufruf zu einer Demonstration des Bündnisses "Abschiebefrei Mannheim", die unter dem Motto "Das Migrationsregime angreifen; Abschiebungen stoppen!" stand. Die Demonstration fand im Rahmen eines österreich- und deutschlandweiten Aktionstags gegen Abschiebungen statt, mit dem die rassistische Abschiebepolitik der Europäischen Union und ihrer Einzelstaaten thematisiert wurde.

Bei der Auftaktkundgebung am Alten Meßplatz wurden Redebeiträge zur Erklärung des Aktionstages gegen Abschiebungen, der repressiven deutschen Asylpolitik von 1980 bis heute und der Einbindung des Abschiebesystems in die kapitalistische Verwertungslogik gehalten.

Auf dem Weg durch die Mannheimer Neckarstadt informierten wir AnwohnerInnen und PassantInnen in verschiedenen Sprachen über das Anliegen der Demonstration.

Die erste Zwischenkundgebung fand vor dem von der Diakonie betriebenen "Point-Store" statt - dem Laden, in dem die Flüchtlinge gezwungen sind, nach einem Punktesystem einzukaufen. (Außer Taschengeld erhalten die Flüchtlinge kein Bargeld.)

Vor dem Flüchtlingslager in der Industriestraße, in dem etwa 350 Menschen untergebracht sind, folgte ein Redebeitrag zum Lagersystem. Einige BewohnerInnen schlossen sich der Demonstration zum Abschiebeknast an.

Dort richteten wir Grußworte in fünf Sprachen an die Gefangenen. Zum Abschluss berichtete ein Redner über die massenhaften Widerrufsverfahren, durch die 10.000en Flüchtlingen, vor allem aus dem Irak und Afghanistan, ihr Bleiberecht wieder aberkannt wird. Ihnen droht jetzt die Abschiebung.

Eine Sprecherin des Bündnisses: "Unser Anliegen wurde von den Anwohnerinnen und Anwohnern positiv aufgenommen und erfuhr spontane Solidarität."

Insgesamt verlief die Demonstration friedlich, obwohl die Polizei durch den Einsatz berittener BeamtInnen provozierte. Diese bedrängten mit den Pferden mehrfach DemonstrantInnen.

Nach der Abschlusskundgebung entschloss sich noch ein Großteil der Anwesenden zu einer Spontandemonstration durch die Neckarstadt.

Die Demonstration wurde unterstützt von:
AK Antifa Mannheim, Anarchistische Gruppe Mannheim, Antifaschistische Initiative Heidelberg, Bündnis gegen Abschiebungen (BgA) Mannheim, Die AktionsGruppe, Die Linke, Juz in Selbstverwaltung "Friedrich Dürr", Linke Liste Mannheim, Stadträtin Gudrun Kuch


Jetzt geht's los!


Die besonders beliebte Reiterei...


Zwischenkundgebung vor dem Flüchtlingslager

Der Point-Store


Es gelang, unser Anliegen auch über die Mauer zu tragen

Aufruf des Bündnisses Mannheim abschiebefrei (PDF, 92 KB)

Aufruf der Anarchistischen Gruppe Mannheim (PDF, 464 KB)






Redebeitrag der Anarchistischen Gruppe Mannheim

Wir demonstrieren hier und heute gegen den Ausbau des mannheimer Kohlekraftwerkes und gegen den Ausbau von über 25 weiteren Kohlekraftwerken in der BRD. Viele Menschen unterschiedlichster Couleur und politischer Spektren haben sich heute zusammengefunden, weil sie trotz aller Differenzen ein gemeinsames Ziel vereint. Das Ziel, elektrische Energie eben nicht mehr aus fossilen Brennstoffen, sondern mittels alternativer Quellen zu gewinnen. Ein Ziel, die menschliche Existenz zu sichern, ohne dafür den Raubbau an der Natur so wie bisher weiterzuführen, und ohne vom Menschen verursachten Klimawandel...

Dieses Anliegen ist leicht zu verstehen und für uns alle nachvollziehbar. Zustimmung erfahren wir u.a. aus großen Teilen der mannheimer Bevölkerung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass namhafte PolitikerInnen etablierter Parteien versuchen, auf diesen Zug aufzuspringen. Der notwendige Widerstand gegen die Kohleenergie wird so für Parteipolitik und die Steigerung der eigenen Popularität missbraucht.


Der globale Kapitalismus ist ein System, das auf ständige Profitmaximierung aufgebaut ist. Ein Unternehmen, das sich dieser Logik nicht oder nur eingeschränkt fügt, wird schnell wieder vom Markt verdrängt. Ethische Richtlinien und politische Ideale können also niemals die Triebfeder wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmensführung sein. Konsequente Ökologie ist in einer auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftsform nichts als ein weiterer Kostenfaktor, der die Stellung der Unternehmen auf dem Weltmarkt gefährdet.

Parteipolitik ist die Verwaltungh dieser offensichtlichen Missstände, der Versuch, sie in der Öffentlichkeit so zu verkaufen, dass der Eindruck erweckt wird, es ginge schon alles mit rechten Dinden zu und es gäbe Menschen, die diese Situation im Griff hätten. Tatsächlich ist aber auch sie an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebunden. Eine Politik, die den Grundregeln der kapitalistischen Martwirtschaft widerspricht, ist im Kapitalismus also nicht möglich. Doch genau das ist notwendig für eine konsequente Ökologie.

Politik und Wirtschaft vermitteln einen anderen Eindruck: In den Medien wird suggeriert, andere Gesetze und Regierungskonstellationen könnten etwas an der globalen ökologischen Sackgasse ändern...

Dass dieser Eindruck ein trügerischer ist, wird immer mehr Menschen klar: Sämtliche etablierte Parteien büßen dramatisch an Popularität ein, was man vor allem an der in den letzten Jahren stetig sinkenden Wahlbeteiligung auf Bundes- und Landesebene erkennen kann.

In diesem Zustand sinkender Popularitätswerte versuchen sich auch Politiker, deren Parteien bis vor kurzem noch in Regierungsverantwortung standen, zu profilieren und eine scheinbar neue politische Ordnung herauf zu beschwören. Diese sorgsam ausgewählte Rhetorik soll darüber hinwegtäuschen, dass eben diese Parteien „an der Macht“ eine Politik betrieben haben, die den heutigen Aussagen ihrer Vertreter völlig konträr gegenüber steht.

Neben wirtschaftlicher Determination sind Macht und Herrschaft als korrumpierende Faktoren ebenfalls wesentliche politische Aspekte, die auch in der Energieproblematik ihre Auswirkungen haben: wenn man z.B. als Politiker für die Zeit nach seiner Karriere einen lukrativen Aufsichtratsposten bei einem großen Energiekonzern angeboten kriegt, kann es schon mal passieren, dass man, wie durch Zufall, für die Argumente dieser Branche plötzlich wesentlich empfänglicher wird...

Der Staat als Hersschaftsinstrument dient der Bewahrung der jetzigen Missstände. Sich vom Staat Hilfe zu erhoffen oder an das Gewissen der Unternehmen zu appellieren kommt dem Versuch gleich, Brandstifter für den Dienst in der Feuerwehr zu begeistern.

Wir können von den Menschen, die diese Zustände verwalten, nicht erwarten, dass sie uns hier wieder raushelfen.

Nein, unsere Interessen können wir nur selbst vertreten und dafür ist es höchste Zeit! Wir benötigen die Abkehr von einer marktorientierten Produktion, hin zu einer bedürfnisorientierten Produktion! Und ist die Bewahrung des Weltklimas nicht ein existentielles Bedürfnis?

Während sich weltweit in zahlreichen Ländern immer mehr Menschen gegen die Hegemonie des Kapitals auflehnen und harte Kämpfe für ein besseres Leben als im Kapitalismus führen,haben wir hier noch immer den Status eines Entwicklungslandes, was Protest und Widerstand betrifft. Das muss sich ändern...

Lasst uns unser Leben also in die eigene Hand nehmen!!

Für eine starke nicht-parlamentarische, ökologische Bewegung
und gegen die Vereinnahmung unserer Proteste durch Berufspolitiker!

Für eine herrschaftsfreie Gesellschaft!!!





Das Buch "Die großen Streiks" umfasst eine Reihe von bedeutenden und kämpferischen Streiks des 20. Jahrhunderts, die weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Vom einfachen Lohnkampf bis zum Generalstreik, vom Erfolg auf ganzer Linie bis zum totalen Fiasko. Darunter finden sich auch Artikel zum ersten großen Massenstreik der IWW im Jahre 1909 bei der Pressed Steel Car Company in McKees Rocks / Pennsylvania.

Erfasst werden dabei die verschiedenen Phasen und Formen des Arbeitskampfes. Es werden die Ereignisse und Entwicklungen dargestellt, die Hintergründe erläutert und durch Porträts der ProtagonistInnen vertieft.

Die geschilderten Arbeitskämpfe stehen exemplarisch entweder für bestimmte Streikformen oder für die Konflikte der ArbeiterInnenbewegung in einer bestimmten Phase oder Region. Ein inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf den Spannungsfeldern von Basis und Gewerkschaftsführung sowie deren (widersprechenden) Interessen und Strategien.

Mit Beiträgen von: Felix Baum, Osvaldo Bayer, Jon Bekken, Jan Benger, Jérémie Berthuin, Sylvie Chauvet, Helge Döhring, Heiko Grau-Maiwald, Tamara Jagelovsk, Holger Marcks, Lou Marin, Rudolf Mühland, Lars Röhm, Michael Schmidt, Matthias Seiffert, Heiner Stuhlfauth, Nicole Ulrich, Lucien van der Walt, Klaus Weller und Mathias Wittau.

Das Buch beim Unrast-Verlag




Heraus zum revolutionären 1. Mai 2008

Redebeitrag der Anarchistischen Gruppe Mannheim zur Kundgebung in Mannheim:

Genossinnen und Genossen,

wir lassen uns den 1. Mai nicht nehmen! Nicht von den sozialdemokratischen DGB Gewerkschaften, die in ihren Sonntagsreden den Zeiten des sozialpartnerschaftlichen Miteinanders nachtrauern, noch von den Faschisten, die sich selbst den Mantel der Menschlichkeit umhängen und von einer wie auch immer gearteten "nationalen" Revolution faseln. Sie können sich verkleiden und retorisch verschleiern so viel sie wollen: Ihre Ziele bleiben Diktatur und Barbarei. Die einzig mögliche Antwort darauf ist und bleibt der konsequente und unversöhnliche Kampf. Dieser wird weiterhin auf allen Ebenen mit allen Mitteln geführt.

In einem gesellschaftlichen Klima wachsender Repression und immer weiter greifender Kapitalisierung wird dies zunehmend schwieriger. Eine Gesellschaft, die immer weitere Teile des menschlichen Zusammenlebens der absoluten Verwertungs- und Akkumulationslogik des Kapitals unterwirft, ist den barbarischen Zielen der Faschisten näher als sie sich das eingesteht. Doch dürfen wir uns hiervon nicht entmutigen lassen. Natürlich gab und gibt es bessere Zeiten. Aber das ist unsere! Wir stehen in der Verantwortung, die Kämpfe der Generationen von aufrichtigen Frauen und Männern vor uns weiterzuführen. Gerade an einem Tag wie heute erinnern wir uns an die hart und oft auch blutig erkämpften Rechte und Begrenzungen von Ausbeutung gegenüber dem Kapital.

Egal ob wir uns nun Kommunisten oder Anarchisten nennen. Elementarer Gegenstand im Kampf um eine neue, befreite Gesellschaft muss die Bekämpfung von Herrschaft sein. Der Verlauf der Geschichte ist nicht vorherbestimmt. Und unseren Blick nach vorne verstellen wir uns nicht, indem wir die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Wir warten nicht mit der Verwirklichung unserer Ziele, bis angebliche "wissenschaftliche Voraussetzungen" geschaffen sind. Das Warten auf die "Entfaltung der Produktivkräfte" oder die "Diktatur des Proletariats" vertröstet uns nur auf den Sanktnimmerleinstag. Jede Befreiung, die heute begonnen werden kann, soll heute begonnen werden! Und um die Befreiung voranzubringen, müssen wir uns organisieren. Dabei werden wir nicht stellvertretend für andere handeln, sondern für uns selbst. Es liegt uns fern, irgendwelche "Massen" vor unseren Karren spannen zu wollen. Unsere Perspektiven leiten wir vielmehr aus widerständischen Erfahrungen ab. Wir handeln, ohne unsere Macht an Parteien, Institutionen und andere "Führer" abzugeben. Ohne das Einschalten von Vermittlern und Autoritäten setzten wir unsere Interessen durch. Die "direkte Aktion" bleibt unsere Kampfform. Ziel bleibt die soziale Revolution! Die Zukunft gehört uns.

Für Freiheit und Sozialismus!


Einen Aufruf zum internationalen Kampftag der ArbeiterInnenklasse haben wir ebenfalls verfasst:

Aufruf der Anarchistischen Gruppe Mannheim zum 1. Mai als PDF (241 KB)






„Arbeit“ hat in dieser Gesellschaft einen Status von zentraler Bedeutung. Es wird erwartet, sich die meiste Zeit seines Lebens eben der „Arbeit“ oder einer Ausbildung zur Arbeitsfähigkeit unterzuordnen. Wenn es keine Arbeit für jemanden gibt, so wird erwartet, sich „arbeitssuchend“ zu melden, ansonsten drohen Abstriche in den Sozialabgaben und gesellschaftliche Ächtung. Der wirkliche Müßiggang, also sich ein paar Jahre dieser „Arbeit“ zu entziehen, ist normalerweise erst akzeptiert, wenn man schon zu alt ist, um noch mit Höchstleistung arbeiten zu können – also erst im Rentenalter.

Arbeitszeiten werden länger und der Druck auf Arbeitslose, sich neue Arbeit zu suchen größer und all das in einer Zeit in der immer mehr Maschinen uns immer mehr Arbeit abnehmen, diese Entwicklung also genauso gut umgekehrt verlaufen könnte.

Ist also Arbeit mittlerweile mehr als nur Mittel zum Zweck? Arbeit als ein moderner Sinn des Lebens? Für wen oder was arbeiten wir? Wie definieren wir „Arbeit“ überhaupt? Setzt ein anderer Arbeitsbegriff nicht auch eine völlig andere Gesellschaft voraus? Wie könnten Alternativen zur Lohnarbeitsgesellschaft aussehen? All diese Fragen rund um den „Mythos Arbeit“ wollen wir im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe erörtern ...

Programmheft als PDF (812 KB)

Reader „Mythos Arbeit“ als PDF (512 KB)








Terminkalender:


09. bis 12.05.2022
VII. Anarchistische Buchmesse Mannheim
Weitere Informationen auf der Website der Anarchistischen Buchmesse
Jugendkulturzentrum FORUM sowie JuZ in Selbstverwaltung · Mannheim