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Lektüre zum Anarchismus ... gibt es zuhauf. Hier finden sich einige Bücher, die wir als besonders empfehlenswert erachten. Dabei handelt es sich keineswegs nur um typische, trockene Einführungen in den Anarchismus die Bandbreite ist wesentlich größer. Diese Auflistung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Wahl und die Kritik der Bücher spiegelt die individuelle Meinung einzelner GenossInnen unserer Gruppe wider und ist daher kein Gruppenstatement. Dipl.-Ing. A. Narcho: Stell Dir vor es gibt Arbeit für alle und keiner geht hin Klappentext: Die in diesem Buch niedergelegten Überlegungen eine aktuelle Version von Paul Lafargues "Das Recht auf Faulheit"? Nur, die Zeiten haben sich geändert. Heute bekommen viele, die Arbeit wollen, keine. Gibt es nicht genug Arbeit? Aber sicher, sie muß nur anders als bisher aufgeteilt werden. Was ja nicht schwerfallen dürfte, wenn man bedenkt, daß die Arbeitszeit heute etwa noch genau so lang ist wie im Mittelalter. Hier setzen die Überlegungen des Autors ein und führen zu verblüffenden, interessanten und umsetzbaren Ergebnissen. 124 Seiten Unsere Rezension: Hier wird mit dem Mythos Lohnarbeit aufgeräumt. Die Gedankengänge des Autors erscheinen nachvollziehbar, wirken dennoch manchmal ein wenig konfus. Warum er Probleme mit dem Dogma Arbeit hat, ist leicht verständlich und gut erklärt. Warum er sein gesellschaftliche Utopie, die er dem entgegen stellt, aber als eine anarchistische definiert bleibt mir ein Rätsel. So wird z.B. die Gründung anarchistischer Parteien vorgeschlagen, und Grundzüge der kapitalistischen Marktwirtschaft nicht in Frage gestellt... Als Grundlage anarchistischer Wirtschaftstheorie stellt er Silvio Gesell vor, desen Lehre vom "Negativen Zins" schon immer nur von Minderheiten als anarchistisch interpretiert wurde. Zwar kritisert er diese Theorie in einzelnen Punkten, doch von den Rahmenbedingungen dieses Weltbildes schafft er es nicht, sich zu lösen. Fazit: Als Kritik an einer arbeitsfixierten Gesellschaft lesenswert, für einen Eindruck über anarchistische Theorien jedoch zu subjektiv und unausgereift... Hier klicken zur Bestellung Horst Stowasser: Anarchie. Idee Geschichte Perspektive Klappentext: Bunt, bizarr und widersprüchlich, verführerisch für die einen, Inbegriff des Bösen für die anderen, zieht sich die Idee der Anarchie durch die Geschichte der Menschheit. Ist sie ein weltfremder Traum oder ein noch zu realisierender Entwurf? Das Buch berichtet von Versuchen, diese Vision zu verwirklichen. Eine informative und kurzweilig geschriebene Einführung in Ideenwelt und Geschichte des Anarchismus, die neue Impulse gibt. »... perfekt ist die Gesellschaft, die Ordnung mit Anarchie verbindet.« Pierre-Joseph Proudhon Großformatige Broschur, 512 Seiten, mit mehr als 200 Fotos Eine Rezension: Auf den ersten Blick ist es ein dicker Wälzer von über 500 Seiten ein allumfassendes Sammelsurium anarchistischer Theorie? Eine penible Auflistung anarchischer Historie, die bis ins Detail geht? Mitnichten, bei diesem Buch handelt es sich um nichts weiteres, als eine Einführung in die Ideenwelt des Anarchismus, nicht mehr. Möglicherweise eine der ausfürlichsten, die es in deutscher Sprache gibt, aber eine Überfrachtung mit Fakten ist dennoch nicht zu befürchten. "ANARCHIE!" liest sich ausgesprochen flott, ist sprachlich leicht zu verstehen, doch durchaus pointiert. Für Neuinteressierte eine sehr geeignete Einführung in den Anarchismus. Doch auch für Menschen, die bereits meinen, sich auszukennen gibt es immer noch Neues und Amüsantes. Natürlich gibt es wie bei jedem Buch auch hier Kritikwürdiges: So las sich dieses Buch für mich ein wenig eurozentristisch. Die außerordentlich starken anarchistischen Bewegungen Südamerikas wurden, im Verhältnis zu denen Europas, vergleichsweise kurz abgehandelt. Wenn man bedenkt, dass der Autor selbst viele Jahre in Argentinien gelebt hat, ist das etwas verwunderlich. Dennoch lautet mein Urteil: Zur Einführung in die Thematik kaum zu toppen! Eine andere Rezension: Vor allem denjenigen, die an der internationalistischen ausgeprägten Geschichte des Anarchismus ein vornehmliches Interesse haben, dürfte Stowassers Buch willkommen sein. Neben einem Druchgang durch die recht komplexe Geschichte des Anarchismus und seiner vielen Sonderströmungen bietet der Autor aber auch wissenswertes über die Therorie (oder besser: über die verschiedenen Theorien) der Idee des Anarchismus und ihre Umsetzungen bis in unsere Zeit hinein. Stowasser macht in seinem Buch deutlich, dass der Anarchismus keineswegs nur eine alte am 19. Jahrhundert und am ersten Drittel des 20. Jahruhunderts haftende Idee ist, sondern sich stets neu orientiert und revolutionär manifestiert. Das ist eines der großen Wesensmerkmale des Anarchismus. Die Anarchie als das freiheitliche Stadium menschlicher Gesellschaft wird nie endzeitlich werden können. Staat und Herrschaft sind dem Anarchismus feindlich gegenüberstehende Elemente, wobei es manche verwundern mag, dass es seit jeher Anarchistinnen und Anarchisten waren und sind, die von einer geordneten menschlichen Gesellschaft redeten und reden. Dabei meinten und meinen sie aber nicht eine wie auch immer diktierte Ordnung, sondern ein Zusammenleben auf der Basis freier Vereinbarung. So oder ähnlich formuliert es auch Horst Stowasser und widerspricht der gängigen Behauptung, jene Ordnung die von Herrschenden zur Beherrschung anderer verfügt werde, beruhe auf ewig gültigen Naturgesetzmäßigkeiten. Stowasser sieht darin eher künstliche Konstrukte, die nur dem einzigen Zweck dienen, Macht zu erlangen und Macht zu behalten. Von daher ist es ausgeschlossen, dass ein wie auch immer gearteter Staat ersehntes Ziel der Menschheit ist. Staat ist und bleibt nach anarchistischem Verständnis ein Herrschaftsinstrument und kann deshalb niemals Freiheit, sondern nur Unfreiheit garantieren. Vor diesem Hintergrund möchte Stowasser auch Perspektiven aufzeigen, wie schon der Büchertitel verspricht. Diese mögen durchaus in den Lehren der anarchistischen Klassiker des 19. Jahrhunderts ansatzweise vorhanden sein, scheinen aber Stowasser wenig tauglich für die heutige Zeit. Er setzt auf die Schaffung vieler dezentraler Projekte, die ihrerseits wiederum netzwerkartig miteinander verwoben sind, ohne jedoch ihre Eigeständigkeit preisgeben zu müssen. Gefragt sei hierbei Stowasser zufolge nicht so sehr die anarchistische reine Lehre, die es im übrigen überhaupt nicht gibt, sondern das Experimentelle, Spontane und Undogmatische. Wichtig ist für Stowasser, dabei die praktizierte Selbstverwaltung in den Projekten. Der Autor will mit seinem neuen Buch darlegen, dass es nicht unbedingt nötig ist, auf die große Weltrevolution zu warten, um zur Anarchie zu gelangen. Vielmehr soll jetzt schon Anarchie vorgelebt werden. Hier klicken zur Bestellung Horst Stowasser: Leben ohne Chef und Staat Klappentext: Stowasser stellt seinem Buch das Motto Bakunins voraus: "Diejenigen, die immer nur das Mögliche fordern, erreichen gar nichts. Diejenigen , die das Unmögliche fordern, erreichen wenigstens das Mögliche." Und Gerhard Zwerenz: "... Das zwanzigste Jahrhundert kennt nur eine einzige wahre Heldengeschichte, die Geschichte der Anarchos, die bisher noch jeden Kampf verloren haben, aber die nie besiegt worden sind." Wer "Was ist eigentlich Anarchie?" gelesen hat, muß auch zu "Leben ohne Chef und Staat" greifen. Paperback, 200 Seiten Unsere Rezension: Einführungen in den Anarchismus gibt es zuhauf, oftmals wirken sie leider konfus und trocken... In diesem Buch versucht Horst Stowaser ein kleines Experiment: Die Ideenwelt des Anarchismus wird nicht anhand langer theoretischer Ausführungen, sondern anhand kleiner, gut recherchierter Anekdoten vorgestellt. Manchmal auf dem Niveau billiger Groschenromane, manchmal literarisch sehr gelungen, aber immer leicht verständlich, flüssig zu lesen und sehr informativ. Meines Erachtens eine der gelungendsten Einführungen in die Thematik des Anarchismus, die es zur Zeit in deutscher Sprache gibt. Hier klicken zur Bestellung Silke Lohschelder: Anarchafeminismus Klappentext: Der Anarchismus scheint aufgrund seiner Ablehnung jeglicher Herrschaft feministische Forderungen überflüssig zu machen. Dennoch formulierten Anarchistinnen wie Emma Goldmann oder die spanischen Mujeres Libres u.a. explizit feministische Forderungen, mit denen sie Ihre Genossen konfrontierten. In den 70er Jahren entstand in den USA mit Peggy Kornegger eine ausdrücklich anarchafeministische Theorie, mit der die befreienden Elemente des Anarchismusund Feminismus zusammengefügt werden sollten. Paperback, 196 Seiten Unsere Rezension: Das bisher einzige Buch in deutscher Sprache, das sich ausführlich mit der Thematik "Anarchafeminismus" auseinandersetzt. Daher sehe ich es fast schon als ein Standartwerk, sowohl für eine erweiterte Auseinandersetzung mit dem Anarchismus als auch mit dem Feminismus. Verständlich geschriebene Lebensgeschichten ausgewählter Anarchistinnen lassen die Thematik plastischer erscheinen und verhindern, dass mensch sich langweilt. Allerdings gibt es auch zu kritisieren, dass der Überblick über den Anarchismus m.E. zu sehr personenbezogen ist. Die Fokussierung auf die sog. Anarchistischen "Klassiker" (z.B. Bakunin, Kropotkin etc.) lassen manchmal den Eindruck erwecken, als wäre der 'klassische' Anarchismus ein starres Gebilde, welches hauptsächlich in den Köpfen weniger weiser "Vordenker" entstanden wäre, losgelöst von den Diskussionsprozessen seiner Zeit. Oft wirkt es sogar, als wären diese Prozesse hauptsächlich von den Schriften dieser Menschen abhängig gewesen. der Eindruck hier handele sich um anarchistische "Gurus" ist naheliegend. Ein weiteres Manko ist, dass neuere Diskussionsprozesse über Geschlechterrollen, Gender-Studies, etc. nur am Rande, und daher stark verkürzt, erläutert werden. Das könnte allerdings auch darauf zurückzuführen sein, dass das Buch bereits ein paar Jahre alt ist. Dennoch gilt: Prädikat: Informativ und Empfehlenswert! Hier klicken zur Bestellung Carl-Heinz Mallet: Die Leute von der Hafenstraße Klappentext: Die Besetzung der Häuser in der Hafenstraße verursachte anderthalb Jahrzehnte lang großangelegte Polizeieinsätze und politische Grabenkriege in Hamburg. Schließlich endete eine der heftigsten Auseinandersetzungen über die Art und Weise, wie man in einer Stadt leben soll und will, mit einem Kompromiß der verfeindeten Parteien es wurde ein Vertrag geschlossen, der bis heute gilt. Aus eigenen Impressionen, Reflexionen, persönlichen Erinnerungen, Pressestimmen und Interviews sowohl mit den Bewohnern der Hafenstraße als auch mit ihren Nachbarn, mit Polizisten und Politikern entwirft Mallet ein Bild vom heutigen Leben in der Hafenstraße. Er berichtet von seinen schwierigen Annäherungsversuchen, von philosophischen Gesprächen, vom Essen in der Volksküche und Feiern im Hafen, von Gremien und Vollversammlungen und schließlich von der Besetzung des Hafenkrankenhauses 1997, bei der er selbst beteiligt war. Unsere Rezension: Man stelle sich vor: Ein Schriftsteller klingelt bei einem selbstverwalteten Hausprojekt und fragt die dort lebenden Menschen, etwas naiv, ob er nicht ein wenig mit ihnen quatschen könne, weil er ein Buch über sie schreiben wolle... Die Reaktion ist natürlich erstmal rabiat: Die Tür wird wieder zugeknallt und man wundert sich über diesen komischen Kauz. Mit viel Ehrgeiz und Ausdauer läßt sich Carl-Heinz Mallet doch immer wieder bei diesen Menschen blicken und schafft es, Schritt für Schritt einen kleinen Überblick über diese "Szene" zu bekommen, die ihn so sehr interessiert... Objektiv und ehrlich schreibt er von den Erlebnissen in dieser, für ihn neuen, Welt. Manchmal bitter, manchmal lustig, aber sehr unterhaltsam und informativ. Zeitweise vielleicht etwas zu wohlwollend, aber dennoch eine schöne Lektüre. Interessant für Leute, die sich schon immer mal gefragt haben, wie Menschen in selbstverwalteten Freiräumen so leben, und amüsant für 'alte Hasen' ... Hier klicken zur Bestellung Omar Cabezas: Die Erde dreht sich zärtlich, Companera Klappentext: In diesem Buch erzählt der junge Nicaraguaner Omar Cabezas über seinen Weg in den widerstand gegen die Diktatur der Somoza-Familie. Er ist typisch für den lebens weg vieler Nacaraguaner: Weil die Diktatur die berechtigten Forderungen der Bevölkerung mit brutaler repression beantwortet, schließt sich Omar Cabezas schließlich den Guerilleros der Befreiungsfront FSLN an. In unglaublicher Direktheit, mit großer Ehrlichkeit auch sich selbst gegenüber und in der Sprache seines Volkes berichtet Omar Cabezas von der Entbehrung, von den Strapazen des Lebens in den bergen. Seine erzählweise ist erfüllt von einem Humor und einer praktischen Lebensweisheit, die kein falsches Pathos und keinen Heroismus aufkommen lassen. Und es wird deutlich, von welch hoher Moral und großer Liebe die Männer und Frauen der FSLN getragen waren, als sie den Kampf gegen die Diktatur und für eine neue, gerechte Gesellschaft aufnahmen. "... als ich in die Berge ging, war ich in Claudia verliebt. ie Liebe zu ihr war etwas, was weder Maß noch Bedingung kannte. In diese Beziehung hatte ich alles gelegt, was der Mensch an Gutem, Kreativem und Schönem nur finden kann. Claudia oder die Beziehung zu ihr wurde für mich in den Bergen zu einer Fahne in der erhobenen Faust, die mir nicht an Schlingpflanzen hängenblieb, mir nicht hinfiel, nicht nass wurde ..." Unsere Rezension: Der junge Sandinist Omar Cabezas schreibt, wie er sich ende der sechziger Jahre Schritt für Schritt der Widerstandsbewegung gegen die Somoza-Diktatur anschloss. Er berichtet von seinen Erlebnissen in der Studentenbewegung und seinen Erlebnissen als Guerillero in den Bergen. Omar Cabezas schreibt sehr ehrlich und humorvoll auf literarisch höchstem Niveau, so dass die Lektüre dieses Buches ein reines Vergnügen ist. Es handelt sich hierbei zwar um kein explizit anarchistisches Buch, dennoch ist es, mit etwas kritischer Distanz, ein spannender, poetischer und mitreißender Erlebnisbericht aus dem Untergrund. Eines der beeindruckensten Bücher zu diesem Thema, die mir jemals unter die Augen kamen. Hier klicken zur Bestellung Heleno Saña: Die libertäre Revolution die Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg Klappentext: Die spanische Revolution währte wie der Krieg selbst fast drei Jahre. Der Kampf der spanischen Arbeiter und Bauern ging unmittelbar daran, eine selbstverwaltete Gesellschaft zu schaffen. Dabei wurden sie von allen Mächten der alten Welt bedroht und verraten. Heleno Sana schildert diese soziale Revolution als einen Versuch, der Welt ein neues Gesicht zu geben, während in Europa die Zeit der Lager, des Staatsterrors und der wirtschaftlichen Verelendung begonnen hatte. Er wendet sich gegen die Legenden, die die sozialrevolutionäre Alternative vergessen machen wollen. Insbesondere setzt er sich mit der Kommunistischen Partei auseinander, die den Befehlen der stalinistischen Bürokratie folgte und zugunsten des "russischen Modells" eine verhängnisvolle Rolle spielte. Der Autor bilanziert aber auch die Fehler der Anarchisten und analysiert ihre Schwächen. Unsere Rezension: Ein waschechtes Nachschlagewerk. Die umfassendste und penibelste Auflistung der Ereignisse während der Spanischen Revolution, die ich kenne. Es gibt keine heiligen Kühe und kaum etwas, was nicht kritisiert wird. Allerdings liest es sich auch entsprechend trocken. Es ist kein flüssiges Machwerk nach Romanregeln sondern ein klassisches Sachbuch mit hunderten von Fußnoten und garantierten Wutanfällen bei der Hälfte des Buches. Auch hatte ich im ersten Teil den Eindruck als würde sich der Autor bei seiner, oft polemisch anmutenden, Kritik gegenüber den moskauhörigen Kommunisten ein wenig verrennen. Doch nach der Inhalation tausender Fakten gegen Ende des Buches, stellt man erleichtert fest, dass das doch nicht der Fall ist. Fazit: Sehr gut recherchierter, detaillierter und informativer, aber auch staubtrockener Wälzer zu einem spannenden Thema nichts für Einsteiger! Hier klicken zur Bestellung George Orwell: Mein Katalonien Klappentext: Ende 1936 kam Orwell als Zeitungsreporter nach Barcelona, um über den Bürgerkrieg zu berichten. Er schloß sich der Miliz der P.O.U.M. an, der Arbeiterpartei der marxistischen Einigung, und kämpfte den Winter über an der Front in Aragonien. Als er wenig später mit ansehen mußte, wie die Kommunisten bei der Ausschaltung der ihnen nicht genehmen Gruppen Methoden der faschistischen Geheimpolizei anwandten, wurde er zu einem der erbittertsten Feinde des sowjetischen Totalitarismus. "Aus Orwells Bericht, der bei der Linken eine heftige Kontroverse auslöste, spricht die absolute Lauterkeit, die diesen Schriftsteller zum Gewissen seiner Generation machte." Kindlers Literatur Lexikon "Der Spanische Bürgerkrieg und andere Ereignisse von 1936-37 bewirkten einen Umschwung bei mir, und seitdem wußte ich, wo ich stand. Jede ernsthafte Zeile, die ich seit 1936 geschrieben habe, habe ich, direkt oder indirekt, gegen den Totalitarismus geschrieben." George Orwell "Mit seinen journalistischen Texten ist George Orwell im angelsächsischen Raum mindestens so berühmt und einflußreich geworden wie mit seinen Büchern. Sie verbinden Originalität mit gedanklicher Prägnanz und sprachlicher Anschaulichkeit." Stefan Howald Tages-Anzeiger, Zürich Unsere Rezension: Was viele nicht wissen: Der weltberühmte Autor George Orwell ("1984") kämpfte 1936/37 zusammen mit den linken Marxisten und den Anarchisten gegen die faschistischen Armeen Francos. Sprachlich brillant und brutal ehrlich schildert er seine Erlebnisse und seine politische Entwicklung in dieser Zeit. Detaillierte Frontberichte sind genau so dabei, wie messerscharfe politische Einschätzungen und viele einleitende Erläuterungen in diese komplexe Thematik. Er berichtet von Erlebnissen und Illusionen in einem Stil und einer Sprache, die einen von Anfang an packt und bis zum Ende nicht mehr los läßt. Von vorne bis hinten ein Meisterwerk und generell, eines der beeindruckensten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Zur Einführung in den Spanischen Bürgerkrieg besser geeignet als "Die Libertäte Revolution" von Heleno Sana. Hier klicken zur Bestellung Paco Ignacio Taibo II: Auf Durchreise Klappentext: Mit wenig mehr als einem Werkzeugkasten und einem Revolver ausgerüstet, treibt sich ein gewisser Sebastiń San Vicente im Mexiko der zwanziger Jahre herum. Der Anarchist und Gewerkschaftsorganisator, seemann und Mechaniker aus Gijón, Spanien, ist auf der Flucht vor dem FBI. Je mehr seine Spur sich in der Atmosphäre revolutionärer Gärung verliert, desto heftiger gerät er in die Dynamik des Widerstands. Das Mexiko Emiliano Zapatas und Panco Villas gewinnt in diesem Roman die Konturen eines Kontinents, wie er als Vision. "Warum sind sie illegal ins Land gekommen?" "Weil ich nicht an legalität glaube. Und da wir schon mal dabei sind, an Grenzen glaube ich auch nicht. Zwischen Mexiko und Guatemala gab es keinen Unterschied. Von einem Baum zum nächsten im Urwald, und das war's. Auch die Bäume erkennen keine Grenzen an." "Die Bäume können wir nich ausweisen." "Umso besser für sie." "und was haben sie in Mexiko gemacht?" "Ich war auf Durchreise." "Auf Durchreise?" "Auf Durchreise." "Auf Durchreise wohin?" "Das werden sie mir schon sagen ..." Unsere Rezension: Ist es ein Roman? ist es eine Biographie? Fakt ist, den Held dieser Geschichte hat es wirklich gegeben. Die Geschichtchen und Anekdoten könnten so oder so ähnlich geschehen sein und haben durchweg einen gut recherchierten Hintergrund. Das Buch hat einen eigenen Stil: in vielen kleinen Abschnitten wechseln sich original Textdokumente, Briefe, etc. mit erfundenen Szenen ab und ergeben ein sehr untypisches, aber dennoch unterhaltsames Ganzes. Spritzig lustig und informativ das gibt es nicht oft. Hier klicken zur Bestellung Magnus Czora: Unter Aufsicht Klappentext: nicht vorhanden Unsere Rezension: Ein Junge von 19 Jahren schreibt ein Buch über seine Politisierung und sein schrittweises Eintauchen in die Radikale Bewegung. Nein, es ist nicht autobiorgraphisch, sondern in erster Linie ein Roman. Dennoch waren wohl viele Erlebnisse des Autors für die Geschichte inspirierend, viele Szenen und Personen sind realen Vorbildern nachempfunden die Grenze aus Biographie und Roman ist also fliessend. Das Buch ist unterhaltend und ließt sich sehr flott. Der Identifizierungsgrad mit der Hauptperson ist überraschend hoch. Dennoch wirken viele Szenen gestellt und überspitzt, außerdem ist der moralische Zeigefinger manchmal unerträglich weit erhoben. Dennoch werden die Gedanken eines jungen Menschen, warum man sich einer solchen Bewegung so begeistert anschließt, überzeugend erleutert. Daher handelt es sich um einen schönen, leicht verdaulichen Einstieg in linksradikales Gedankengut ... Hier klicken zur Bestellung |
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